Zu Risiken und Nebenwirkungen...

06. Jan. 12 in , jetzt Kommentar schreiben

Der Todd und ich sind ja nun öfter beim Kinderarzt. Ich bin an sich auch zufrieden mit ihm. Er untersucht gründlich, nimmt sich Zeit und ist meines Erachtens nach auch kompetent. Und dennoch: Es ist immer wieder auch ein kleines Abenteuer mit ihm. Da wäre zum einen die Sprachbarriere. Unser Arzt kommt ursprünglich aus Ungarn und spricht eigentlich auch ganz gut Deutsch. Wäre da nicht sein starker Akzent. Das unsere Gespräche dadurch etwas länger dauern und wir uns gegenseitig zum besseren Verständnis wiederholen müssen, ist geschenkt. Meistens ist auch eine Schwester mit im Zimmer, die notfalls übersetzt bzw. vermittelt. Es geht schon. Was mir manchmal aber schon Sorgen bereitet ist der Informationsaustausch bei wirklich wichtigen Dingen wie Medikation oder Behandlungsanweisungen. Jetzt habe ich ja da noch dieses zappelnde Kleinkind auf dem Arm, welches lauthals seinen Protest über den Besuch beim Doc zeigt. Es bedarf einer großen Konzentration, damit ich auch mit sicherem Gefühl herausgehen kann. Anstrengend.

Was ich aber nun so gar nicht verstehen will ist, dass ich jetzt neuerdings Buch darüber führen soll, was für Medikamente mein Kind einnimmt. Dieser Vorschlag wurde mir von Seiten der Schwester beim letzten Besuch gemacht. Resultierend daraus, dass ich dem Arzt und der Schwester nicht mit Bestimmtheit sagen konnte, welches Antibiotikum der Todd zuletzt nahm. Irgendwann fingen wir mit diesem “Fängt es mit ‘A’ oder ‘C’”- oder “Hat es eine gelbe oder weiße Verpackung”-Spielchen an. Ich entgegnete darauf (schon leicht angesäuert), dass ich ja nur das verabreiche, was mir hier in der Praxis verschrieben wird. Daraufhin guckten sich die beiden an und verzogen ratlos die Gesichter. Und wieder sollte ich spekulieren, welches Medikament ich damals verwendete. Ich konnte es jedoch einfach nicht beantworten. Selbst wenn ich eine Ahnung gehabt hätte: Wie verlässlich ist bitte die Aussage eines medizinischen Laien? Es gibt zigmillionen Medikamente, die manchmal verdammt gleich klingen und auch geschrieben werden. Sogar erfahrene Mediziner verwechseln deswegen sogar Medikamente. Aber ich soll mal meine Glaskugel befragen? Ich könnte auch Knochen werfen. Vielleicht hilft das. Die beiden können mir doch nicht erzählen, dass sie sich nirgends vermerken, welche Medikamente sie verschreiben. Vor seinem Tisch lag die aufgeklappte Karteikarte des Todds. In diese schreibt er pausenlos etwas hinein. Nicht vielleicht auch die verschriebenen Medikamente? Besser noch: Gleichzeitig tippt die Schwester die Verordnungskürzel für die Krankenkasse in ihr Computerprogramm. Ich schätze mal, um ein Medikament bei der Krankenkasse abzurechnen, muss man es auch dort benennen? Ich verstehe also nicht, warum ich als absoluter Medizin-Honk den beiden erklären soll, was er vor 3 Wochen verschrieben hat. Jetzt also dieses Buch. Ich habe mir eins gekauft, und angefangen hineinzuschreiben, was der Todd einnimmt. Und bei jedem Eintrag frage ich mich: Verstehen wir uns irgendwie falsch? Stelle ich mich blöd an? Soll ich mal was sagen?

Aber sich mit dem Kinderarzt anlegen? Ob das eine gute Idee ist? ;)

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