Vom Zutrauen
Gestern als ich den Todd aus der Krippe abholte, blieb mir kurz das Herz stehen. Das Außengelände hat unter anderem auch einen kleinen begrünten Hügel, auf dem sich vor allem die größeren Kinder aufhalten. Also ich meine jetzt nicht so ein Hügelchen wie von einem Maulwurf, nun auch keine Alpen, aber schon ein Hügel, der einen relativ steilen Aufstieg hat. Ein Hügel, der vor allem für die älteren Kinder gemacht ist. Da standen auch 3 Jungs und ließen ihre Spielzeugautos runterrollen. Einer der Jungs war meiner. Das erkannte ich aber erst auf den zweiten Blick, da ich gar nicht vermuten würde, dass er auf den Hügel raufkommen könnte. Tatsächlich stand er aber da oben und beäugte aufmerksam das Treiben der Größeren. Nun war ich so baff, dass ich mich vorsichtig zum Hang pirschte und erst als ich ihn fast im Arm hatte auf mich aufmerksam machte. Hatte doch die Befürchtung, dass er im Angesichts der freudigen Aufregung vergessen würde, dass er auf einem Hügel steht. Er drehte sich zu mir und lief dann doch ganz vorsichtig und bedacht vom Hügel und fiel mir in die Arme. Was ein großer Junge!
Gabi berichtete mir, dass er seit ein paar Tagen nun nicht mehr so sehr “kletten” würde und das Gelände weiträumig und neugierig erkundet. Hügel rauf, Hügel runter. Per Treppenstufen rauf aufs Klettergerüst und wieder runter. Ich biss mir auf die Zunge, damit ich nicht fragte “Ob denn auch immer jemand dabei wäre.” Natürlich waren sie das nicht immer und ändern könnte ich es auch nicht.
Da der Todd auch bisher ohne größere Blessuren auskam, stelle ich mir die Frage, wie viel ich meinem fast 1,5 Jährigen eigentlich zutrauen kann. Er schafft es Treppen hinauf- und hinunter zukommen, stellt sich Gegenstände so hin, dass er größere Hindernisse überwinden kann (Herzkasperalarm als er sich auf sein Plastikstühlchen stellte und den Fuß auf die Rückenlehne lehnte).
Es ist schwierig zu erkennen, für was ein Kind noch zu “klein” ist und wo man sich als Eltern zurückhalten kann und soll. Das ist auch mit der Kommunikation so. Bei manchen Sachen habe ich den Eindruck er versteht sehr gut (Besonders wenn es darum geht, seinen Widerwillen zu zeigen) und manchmal verlange ich womöglich zu viel, weil er noch nicht verstehen kann, was ich von ihm will.
In jedem Fall nehme ich mir vor, gerade im motorischen Bereich, ihm mehr zuzutrauen. Mal sehen wann das in der Notaufnahme endet ;)
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