Schub-Schub-Schubidu

12. Jan. 12 in , bisher 3 Kommentare

Ach ja, es geht doch nichts über einen ordentlichen Schub beim Kind. Schub = Die Ausrede für unberechenbares, wutanfälliges, nervenaufreibendes Verhalten des Nachwuchses. Ich weiß nicht ob es schon die Trotzphase ist oder einfach Macke, was auch immer in ihn gefahren ist, er ist eindeutig nicht zufrieden. Mit sich, mit seinem Spielzeug, mit seinem Essen und natürlich mit uns Eltern. Wir machen alles falsch. Wir bringen ihm den falschen Baustein, gehen in die falsche Richtung, sagen nicht das richtige und sind generell unperfekt.

Das wird dann oft mit Gebrüll, Gestrampel und zu-Boden-werfen quittiert. So ganz klassisch wie man sich das vorstellt. Die Beine knicken ein, die Arme schlüpfen aus dem sicheren Griff und schwupps liegt das Kind auf dem (gern auch nassen, unbefestigten Geh-)Weg. Krokodilstränen und Schreikonzert inklusive. Das ganze dann gern 2-3x pro (Nachmit)Tag. Ganz kritisch wird es dann, wenn sich dazu noch Müdigkeit gesellt. Bedingt durch den aufreibenden Krippenalltag ist dann gut und gern auch schon gegen 17Uhr Schicht im Schacht.

Jetzt muss da aber noch Abendbrot rein ins Kind. Blöd nur, wenn der Todd da gerade seine Runterwerf-Phase hat. Wenn er gut drauf ist, nimmt er ein paar Bissen/Löffel, bevor er beginnt sich selbiges in die Haare zu schmieren. Am Ende ist da mehr Pizza aus “Space Balls” als Todd.

Auch das Spielen wird da zum Spießrutenlauf. Man macht ja alles falsch. Dann kommt ein wütendes “NEIIIN!” und bumms fliegt einem der Duplostein (fast) an den Kopf. Malen? – NEIIIN! Buch anschauen? – NEIIIN! B.obbycar fahren? – NEIIIN! Bausteine? – NEIIIN!

Ich glaube was mich daran eigentlich so nervt, ist die eigene Unsicherheit, wie man mit solchen Schu-bi-dus umgeht. Was ist der richtige Weg? Ignorieren? Mit ihm reden? Auszeit verpassen? Es ist bei mir so eine Mischung aus allem. Und je nach Tagesform. Mit dickem Kopf am Ende eines Arbeitstages fällt es schwer amüsiert darüber hinwegzusehen. Dann sitzt der Todd schon mal in der Mitte seines Zimmers und darf sich ausgnatzen.

Als ich kürzlich mit meiner Mutter darüber sprach, musste sie lachen. Bei ihr/mir war es ähnlich. Wenn ich den Schu-bi-du hatte, durfte ich zum Wüten in mein Zimmer. Und da erst wieder raus, wenn ich “wieder lieb war”. Meist schaute meine Mutter nach ein paar Minuten rein ob ich nicht schon alles kurz und klein geschlagen habe wieder “lieb war”. Meist war die Antwort “NEIIIN!” und sie ließ mich wieder allein. Sie berichtete, wie ich dann ein paar weitere Minuten dann herauskam und mit freudestrahlendem Gesicht verkündete:“Ich bin jetzt wieder lieb!”

Gott gebe mir diese Gelassenheit!

3 Kommentare

  1. Gravatar dieses Kommentators Aniba [Permlink] 12.01.2012

    Und auch hier willkommen im Club…;-) #MausSchubdeluxe

  2. Gravatar dieses Kommentators Christian [Permlink] 12.01.2012

    Du hast vergessen das er im Gnatz lieber alles wegwirft anstatt wenigstens die Alternative zu nehmen.

    “Nein Todd, es gibt nur einen Keks, nicht 2 auf einmal”

    Das Kind will natürlich trotzdem beide Kekse behalten, daraufhin nimmt man ihm einen der Kekse ab, und das Kind wirft aus Frust den Keks in der Hand auf den Boden, weint ihm dann aber hinterher weil es nun gar keinen Keks mehr hat und auch keinen neuen mehr bekommt.

    Kindslogik Deluxe

  3. @Aniba Leidensgenossen im Geiste!

    @Christian Verhält sich analog zum Stocksammeln. Er sammelt sich ein ganzes Vogelnest zusammen und als ich ihm (weil er mit einem Stock ins Rad des Buggys kommt) einen davon wegnehme, schmeißt er alle raus. Kurz danach Gebrüll weil nun alle seine Stöcker weg sind. Gnaaa!

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