Pauken und Trompeten

06. Jan. 12 in , jetzt Kommentar schreiben

Als Kind war ich sehr mit Mittelohrentzündungen geplagt. Das Ganze gipfelte in 2 sehr notwendigen Operationen, um mich vor einem schweren Hörschaden und vor dem jahrelangen Tinitus, der mich plagte, zu bewahren. Heute habe ich kaum noch Probleme mit den Ohren. Nun scheint es so, als hätte der Todd diese Ohrbefindlichkeit von mir geerbt. Seit Beginn der Krippenzeit ist er quasi durchgängig ein “Ohr-Kandidat”, der mit kurzen Unterbrechungen permanent am Antibiotikaschlucken ist. Mal abgesehen davon, dass Mittelohrentzündungen höllisch weh tun, ist diese ganze Medikamentenschose mittlerweile echt nicht mehr witzig. Und es war wohl nur eine Frage der Zeit bis das Fass Ohr zum Überlaufen gebracht wurde. Gestern war also der HNO-Termin für den Todd. Und schon nach wenigen Sekunden der Untersuchung verzog die Ärztin das Gesicht. Linksseitiger Paukenerguss war ihre Diagnose. Rechts sah auch nicht gut aus. Machen kann man da nicht viel. Es muss halt abfließen können. Nun stelle man sich vor, dass das Kind auf den Kopf gestellt wird und man die Flüssigkeit einfach rausschüttelt. Wäre eine einfache Lösung. Tatsächlich kann der Erguss sich auch zurückbilden, aber das ist zum einen sehr unwahrscheinlich und zum anderen kann man damit rechnen, dass sich dieser baldigst nachbildet. Ein Paukenerguss geht nicht nur aufs Gehör, er zerstört auch Trommelfell und die empfindlichen Gehörknöchelchen. Abgesehen davon tut es schweinisch weh.

Die Ärztin stimmte mich darauf ein, dass der Todd demnächst also ein Paukenröhrchen braucht, damit die Flüssigkeit ungehindert abfließen kann. Dazu bedarf es einer Operation unter Vollnarkose. Nicht unbedingt etwas, dass man einem 16 Monate altem Kind zumuten möchte. Es hilft auch wenig, dass mein Umfeld mir zigtausendmal erzählt, wie gefährlich so eine Narkose bei so kleinen Kindern ist und das man von diesen Paukenröhrchen auch viel schlechtes hört (warum auch immer). Tatsache ist: Es muss gemacht werden. Auch wenn sich alles in mir sträubt und ich den Gang ins Krankenhaus schon heute fürchte.

Ich weiß aus eigener Erfahrung wie fies so eine unbehandelte Ohrentzündung enden kann. Mein über 2 Jahre anhaltender Tinitus ist mir noch sehr gegenwärtig. Dazu kommt, dass der Todd ja auch mal Sprechen lernen soll. Und mit einer aktuellen Hörverminderung könnte das Probleme geben. Das er schlechter hört, erkenne ich allein schon daran, dass er sehr laut “spricht” und auch laut spielt, z. B. ewig lang mit Bausteinen auf einen Tisch zu hauen, dass einem die Ohren abfallen müssten. Also stellen wir uns auf die Paukendrainage, so der medizinische Fachbegriff, ein. Ich selbst hatte auch so ein kleines Röhrchen im Ohr. Ich weiß, dass es nicht weh tut und, sofern der Plan aufgeht, auch wirklich hilft.

Es ist also Handlungsbedarf. Und deshalb werde ich tapfer sein. Genauso wie es der Todd sein wird, ich weiß es.

Kommentar verfassen

HTML wird entfernt, du kannst zum Formatieren aber die Textile-Hilfe nutzen. Gravatare werden unterstützt.

Suche

Letzte Kommentare

    • Frau Tanzi am 11. Mai zu »Übers Schreiben #1«
    • Mrs. Felsenheimer am 11. Mai zu »Übers Schreiben #1«
    • Zamara am 11. Mai zu »Übers Schreiben #1«
    • Mrs. Felsenheimer am 11. Mai zu »Aktion: Blog dein Wissen #1 - Schlafverhalten im 1. Lebensjahr«

Kategorien

Gefundenes

Wichtiges