Krippen-Chaostage
Woah, ich explodiere. Den Todd heute nach 3 Wochen Abwesenheit wieder in die Krippe zu bringen, erwies sich als fataler Fehler. Kaum betrat ich die heiligen Hallen erfasste mich pures Chaos. Wasser, überall. In den Fluren, in den Gruppenräumen, in den Bädern und Schlafgemächern. Indoorpool war angesagt. Dazwischen: Schreiende Kinder auf der Suche nach einer tröstenden Erzieherin, welche wasseraufwischend auf dem Boden krochen und mindestens genauso verwirrte Eltern, die ihren Nachwuchs abliefern wollten.
(Was war passiert? – Die Kita hatte 2Wochen Schließzeit und in dieser Zeit ist einiges an Regen gefallen. Dieses kühle Nass lief dann aufgrund architektonischer Fehlplanung in sämtliche Räume der Kita. Nun, dafür kann ja niemand was. Außer vielleicht der Ar(s)chitekt. Aber es ist doch unfassbar, dass eine Kita mit einem Vollzeithausmeister es nicht schafft, innerhalb der 2 Wochen nicht mal kurz nach dem Rechten zu sehen. Die nächste Vollpanne ist dann, nur 3 Erzieher vor Ort zu haben, wovon 3/4 auch noch mit Bodenwischen beschäftigt ist. Und wo ist die Leiterin zum Teufel? – Im Urlaub. Mit Verlaub, das Ding ging voll in die Hose.)
Ich dachte mir: Ok, versuchen wirs erstmal. Todd war, entgegen meiner Erwartungen, ruhig und zeigte keine Ansätze von Unwohlsein. Es hätte eine einfache Sache sein können. Ich zog ihm die Krippenschuhe an und hängte alle Sachen auf. Dann kam zum 3. Mal ein brüllendes Kind vorbei und der Junior zeigte erste Verunsicherung. Er wimmerte leise. Da hätte ich die Reißleine ziehen sollen und ihn wieder einpacken müssen. Stattdessen begab ich mich auf die Suche nach einer Erzieherin. Tatsächlich waren aber nur 3 im Einsatz. 2 wischten die Böden, 1 nahm sich der Horde Kinder (von der gesamten Kita) an. Eine völlig fremde war das. Ich fragte sie, wohin der Todd denn jetzt käme. Sie meinte darauf sie würde ihn mir erstmal abnehmen. Widerwillig gab ich ihr mein Kind. Welches augenblicklich mit kreischendem Geheule seinen Protest kundtat. Das war der 2. Moment, in dem mein Innerstes sagte: Nimm den Todd und hau ab. Stattdessen ging ich nach einem mir zu gemurmelten: “Am besten Sie machen nicht so lange mit’m Abschied.” zum Ausgang und stieg ins Auto.
Auf 1/4 der Arbeitsstrecke fragte mich der Todd-Papa dann, ob er umdrehen sollte. Und obwohl mir ein “Nein” auf den Lippen lag, antwortete ich mit “Ja.” Nun war der Mutterinstinkt lauter denn je. Wir drehten um, ich schnellte in die Kita, zog einen vor sich hin wimmernden Todd in meine Arme und verschwand schnellen Schrittes nach draußen.
Ich hörte noch wie die Erzieherin hinterher rief:“Naja, ist wohl besser. “Ist ja auch schön, wenn man sich die Zeit nehmen kann.”
WTF?! -Sie mich auch!
Und nun ist wieder einmal Oma-Zeit für den Todd. Sonst wäre mein Arbeitstag im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen.
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