"auch" mal wieder da: Die Ärzte

10. Apr. 12 in , bisher 2 Kommentare

Puhh, wird doch mal wieder Zeit etwas über die ärzte zu schreiben. Irgendwie muss ich meinem Blognamen doch gerecht werden. Und da Mr. Felsenheimer 1/3 der Band ausmacht, ist es nur Recht, dass ich meinen Senf zum neuen Album “auch” dazugebe.

Weil DÄ die beste Band der Welt sind, haben sie bereits vor Verkaufsbeginn (am 13.04.) das Album auf Youtube zum Reinhören eingestellt. Also nicht nur angeteasert, sondern in voller Länge. Zwar mit einigermaßen nervigen Nebengeräuschen, die vermutlich daraus resultieren, dass das Lied als Videoversion abgespielt wird. Aber das fällt auch nur in einigen Liedern besonders auf. Dennoch gönnen uns belafarinrod einen Einblick in ihr neues Werk.

Mein erstes Revue fällt positiv aus. Es sind immer noch die ärzte die da spielen, und doch ist der Sound weder ein Zusammengepansche aus bekannten Songs, noch zuweit vom ursprünglichen Ärztesound entfernt. Natürlich hat sich das musikalische Drumherum gewandelt. Wäre ja auch seltsam, wenn sich immer noch alles nach “Westerland” anhört. Musikalisch gesehen nehmen sich die Ärzte seit ihren letzten Alben ernster. Das sich Farin früher als eher laienhaften Gitarrenspieler hielt, kann er heute kaum noch behaupten. Dass das Album instrumententechnisch reifer klingt, dürfte dennoch zum Großteil Rod geschuldet sein. Den hielten seine Bandkollegen eh schon immer für überqualifiziert und ich möchte guten Gewissens behaupten, dass er auch bei diesem Album richtungsweisend für den Sound war. Wenn nicht dafür, dann aber zumindest was den Einsatz von Gitarre, Schlagzeug und Co betrifft.

Bemerkenswert finde ich es auch, mit welch relativ altbekannten Themen DÄ im Songtext auskommen. Natürlich spielt das Verlassenwerden eine größere Rolle, auch die Frage der Selbstidentität findet man in den Vorgängeralben schon, auch das Onprangering der fortschreitenden musikalischen Verblödung in der heutigen Zeit ist bekanntes Thema. Und trotzdem: Vielleicht sind die Themen nicht neu, aber immer noch aktuell. Außerdem definiert sich das Album nicht nur darüber. Es geht um Gott und die Welt, um Leute die gern mit Künstlern abhängen und um seltsames Balzverhalten. Alles eben insgesamt so, dass DÄ immer noch glaubwürdig erscheinen. Sie sind immer noch ein Teil der deutschsprachigen Musikidentität, ohne altbacken zu wirken. Oder ohne einen auf Madonna zu machen, die mittlerweile einfach nur noch peinlich ist. Ich glaube es gibt da diesen schmalen Grat, auf dem Musiker, die schon jahr(zehnt)elang im Geschäft sind, wandeln. Dieser Grat zwischen immer noch hörbar oder einfach nur lächerlich sein. Die Ärzte sind immer noch rockbar.

Was gefällt mir am besten? Nun, ich muss leider zugeben, dass mir die “Farin-Songs” am liebsten sind. Das könnte man anders erwarten. Doch ich mag seine Texte (die so herrlich absurd sein können), gesanglich ist er der fetzigste und der Beat bei fast jedem seiner Songs am einprägsamsten. Wird nun aus Mrs. Felsenheimer Mrs. Urlaub? Mitnichten! Bela ist immer noch der Beste! Wer so schön schief grinsen kann, gehört einfach angehimmelt.

Wer also mal reinhören möchte, kann dies auf dem Youtube-Channel von bademeisterTV tun.

PS: Meine Favoriten sind übrigens: M&F, Waldspaziergang mit Folgen und Cpt. Metal. Unbedingt auch Quadrophenia anhören! (Ist nicht auf dem Album, gehört aber zur Singleauskopplung von ZeiDverschwÄndung)

Spielt auf ihr Troubadoure, der König hat Laune!

01. Apr. 12 in , jetzt Kommentar schreiben

Damit ich es nicht vergesse, wollte ich mir unbedingt merken, auf welche Lieder der Todd aktuell so steht. Gerade bei längeren Autofahrten ist die Frage nach der richtigen Musikauswahl entscheidend für das Wohlbefinden der Insassen. Für groß und für klein. Da gilt es einen guten Kompromiss zu finden. Wenn wir also unterwegs sind und der Todd etwas anstrengend wird, wissen wir mittlerweile recht gut, welche (Radio)Knöpfe wir drücken müssen, um ihn zu erheitern.

Hier also eine kleine Auswahl:

Zum Chillen (Kings of Convenience gehen immer und jedes Lied [my boy!]):

Zum Coolsein (Keine Ahnung woher er es hat, aber er hat definitiv den Beat):

Zum Dancen (Obwohl er mit hohen Frauenstimmen nicht viel anfangen kann, die Pointer Sisters sind genehm):

PS: Verdammt Youtube, du warst mal besser!

Sorry Lady GaGa...

20. Jul. 11 in , bisher 1 Kommentare

…aber dein neustes Album ist absolut nicht mein Fall.

Das du dich an deutschem Techno der 90iger Jahre orientierst und auch einen Titel mit deutschem Namen verwendest, macht die Sache nicht besser. Und ist es mal kein hohles Scooter-Gedächtnis-Geschrapel langweilst du mich mit schnödem Eintagspopgedudel. Es klingt alles so vollkommen uninspiriert und/oder belanglos. Ich weiß, es ist natürlich “Kunst” und vielleicht hast du es absichtlich so fürchterlich unhörbar gemacht, dein Album, aber es war seine 8EUR einfach nicht wert. Die phonetische Symbiose zu deinen Kostümen ist unverkennbar: Geschmacklos, übertrieben und vollkommen sinnfrei. Versteh mich nicht falsch, ich mag dich, wirklich. Aber es bewahrheitet sich eine alte Faustregel: Finden es die Kritiker gut, kann es nur Mist sein. Ich habe mich von den Kritiken blenden lassen. So hoch es gelobt wurde, so tief fiel es bei mir durch. Und noch eine Faustregel: Ist das erste Album eines Musikers toll, ist das 2. (meistens) ein Schuss in den Ofen. Das Phänomen ist bekannt. Haben Künstler bei ihren ersten Alben meist mit großen Einschränkungen zu kämpfen (Geldgeber, Produzenten bestimmen was gut ist), genießen sie bei Erfolg bei den Nachfolgewerken größtmögliche Freiheit. Was auch das eine oder andere One-Hit-Wonder erklärt.

In deinem Fall kam es, was sich bei dir modetechnisch schon abzeichnete: Ein zu Fleisch(kleid) gewordenes Album. Ich hoffe inständig, dass dir beim nächsten Album wieder die Produzenten und Geldgeber auf die Finger schauen und das es bei den Kritikern durchfällt. Sonst wird das hier nix mehr mit uns.

Fazit: Unrockbar!

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