Der moderne Vater

18. Jan. 10 in , bisher 5 Kommentare

Mittlerweile recht sichtbar, ist mein 6-Monatsbauch wohl eher schlecht zu verstecken, und ganz davon abgesehen, wieso sollte ich ihn auch verstecken? Kann ja ruhig jeder wissen, dass da ein kleiner Graf drin ist. Ja, ich bin schon stolz auf mein Bäuchlein, auch wenn er nicht mal mehr in meine extra gekaufte 36iger Umstandshose passen will. Ich war beim Kauf dieses Kleidungsstückes vor ein paar Wochen wohl doch ein wenig zu optimistisch.

Mal abgesehen von den rein optischen Veränderungen, heißt es so langsam für uns, also Papa-Grafzahl und mich, uns auf die Ankunft unseres Erstgeborenen vorzubereiten. Die erste große Investition wird wohl ein Auto-Babysitz sein, den wir dank einer Internetbekanntschaft günstig erwerben können. Eben jener Verkäufer bot dem Grafen doch nach getätigtem Kauf gleich noch ein weiteres Baby-Must-Have an: Einen praktischen Tragegurt, damit kann auch Daddy den Nachwuchs vorm Bauch tragender Weise durch die Gegend schleppen. Und da hörte der Spaß für meinen Liebsten auf ;) “Ich werde zwar ein modernen Vater sein, aber DAS geht zu weit!”. Was aber genau macht einen modernen Vater aus?

Ist er modern, weil er sein Kind im Tragetuch/-gurt transportiert, weil er mit gleichen Teilen am Windelnwechseln beteiligt ist? Weil er genau weiß wie man(n) Möhrchenflecken sauber wäscht? Weil er sich das Stillen antrainiert? (Ihr lacht vielleicht, aber es GEHT tatsächlich; ich spare mir den Verweis zum Wikipedia-Artikel, sucht doch selber!)

NEIN. Ein moderner Vater erzieht sein Kind zum Nerd. So jedenfalls die Meinung meines Liebsten.

Hol den feinen Fummel ausm Schrank

30. Aug. 09 in , jetzt Kommentar schreiben

Puh, bin ich müde. Gegen 4Uhr in der Früh viel ich in meinen wohlverdienten und traumlosen Schlaf. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal so lange auf war. Muss schon einige Jahre her sein. Der Anlass für die Übernächtigung hätte kein schönerer sein können. Heirateten doch 2 meiner engsten Freunde. Und dann machten sie uns, also Christian und mich, auch noch zu ihren Trauzeugen.

Die Sorge, irgendwas könnte fehlen, irgendwas könnte vergessen worden sein oder irgendwas könnte schief gehen, konnten wir dem Brautpaar natürlich nicht gänzlich nehmen, und war dennoch völlig unbegründet: Es war ein rauschendes Fest, dem es an nichts mangelte. Man sah der Feier an, dass sich viele Gedanken und noch mehr Mühe gemacht bzw. gegeben wurde. Es gab sogar Notfallkörbchen fürs WC. Mit Deo, Zahnseide, Fleckentücher, Blasenpflaster, etc. Unfassbar.

Kurz vor Mitternacht gabs dann natürlich auch den obligatorischen Brautstraußwurf. In meiner Eigenschaft als Unverheiratete hatte ich natürlich die Pflicht mich in die Traube der jungen Damen zu stellen und den schicksalshaften Wurf mitzuerleben. Ganz ohne Gezeter und Geprügel landete der Strauß dann auch noch ausgerechnet in meinen Armen.

Ein schöner Tag, der viele schöne Erinnerungen hinterlässt.

Hochzeitshypochonder

10. Mär. 09 in , jetzt Kommentar schreiben

In diesem Jahr, im August, haben der Christian und ich die große Ehre, als Trauzeugen für ein von uns geschätztes Paar zu fungieren. Da ich im letzten Jahr bereits eine Braut als Trauzeugin begleiten durfte, bin ich zwar kein ganz großer Trauzeugin-Frischling aber jede Hochzeit ist natürlich anders. Gelernt habe ich vor allem eines: Kaufe dir frühzeitig ein Kleid und lass es von Menschen begutachten BEVOR du auf die Hochzeit gehst. Ich war dermaßen schlecht gekleidet, dass ich mit der Aktion schon fast wieder sämtliche Aufmerksamkeit auf mich gezogen habe, was ja eigentlich der Braut zusteht. Ein Glück hats mir meine Freundin nicht übel genommen.

Auf meiner Trauzeugen-Agenda für 2009 steht also die Kleiderbeschaffung an oberster Stelle. An Zweiter steht die Bekämpfung der Weddinghypochondrie, mit der sich das zukünftige Brautpaar herumplagt. Natürlich ist es nur verständlich sich mit anderen Gleichgesinnten, also Heiratswilligen zu unterhalten. Eine vielleicht nicht so gute Idee ist es jedoch, sich diese Leute in Foren und auf Diskussionsplattformen im Web zu suchen. Da wimmelt es doch nur vor Hypochondern, eben nicht nur medizinische. Leute, die gern Panik schieben und noch viel lieber machen, gibt es in sämtlichen Bereichen des Lebens, so also auch in Foren, die sich mit Hochzeitsorganisation beschäftigen. Die Panikmacher verbreiten ihre Botschaften, wie: “Wwwwas??? Du heiratest in 6 Monaten und hast noch keine Tischkärtchen besorgt? Wie willst du DAS denn alles schaffen?” bevorzugt über Web-Kanäle. Gern wird dieser auch dazu benutzt, sich selbst und die eigene Perfektion darzustellen: “Ich habe ja schon alles lääääängst organisiert.”. Nur um darauf die ersehnten “Oh, du bist so toll”-Komplimente zu erhaschen. Die meisten Hilfesuchenden verlassen solche Foren meist deprimiert und sehen, natürlich völlig grundlos, die eigene Hochzeit im Chaos enden. So ergeht es auch “unserem” Pärchen, zumindest dem weiblichen Teil des Paares ;)

Das Ganze erinnert mitunter ein wenig an die vielen Gesundheitsforen, die im Web herum spuken: Die moderne Keimzelle der Hypochondrie. Was? Du hast noch kein Gebrechen? – Na dann aber schnell ab ins Forum, dort findet jeder was!
Man gibt ein paar Symptome ein und bekommt sofort eine entsprechende Diagnose, die in 90% aller Fälle was mit Krebs oder zumindest mit etwas genauso Unheilbringendem zu tun hat.

Was will ich damit sagen? Nun, ich bin kein Fan von Foren. Ich kann nur tunlichst dazu raten, als Hochzeitsvorbereiter die Finger davon zu lassen. Denn Stress hat man(n) und frau schon genug mit der Planung. Und erst die Trauzeugen! Ich sag euch, den Stress den ich mir jetzt schon wegen meines optischen Erscheinungsbildes mache – unaussprechlich. Naja, aber so lang mir nicht ein Fauxpas wie der folgende passiert, bin ich ja fein raus.

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