Kindergartenkind

02. Mai. 12 in , jetzt Kommentar schreiben

Ab heute ist der Todd ein Kindergartenkind. Zu diesem Anlass darf er jetzt auch endlich seinen “Maus”-Rucksack einweihen. Den trug er dann auch ganz stolz in seinen Gruppenraum. Als wir ankamen war der Raum erwartungsgemäß voll mit Kindern. Wir kamen nach dem Frühstück, um 9Uhr. Die Kids (alle samt älter als der Todd, wenn auch nur gering) tummelten durch den Raum und verursachten ein typisches Kleinkind-Chaos. Klar war da mein erster Gedanke, wie und wo sich der Todd hier nun einfügen sollte. Es kamen immer wieder Kinder zu uns und belagerten vor allem mich mit Fragen: “Wie heißt der (Todd)?”, “Wie heißt du?”, “Bist du seine Mama?”. Kurz darauf erfuhr ich wie sie hießen, ihre Eltern und was ihre Eltern arbeiteten. Und natürlich durfte das ganz klassische “Guck mal, ich zeig dir mal was.” nicht fehlen. Doch richtig interagieren konnte der Todd da nicht. Er spielte so vor sich hin. Doch kurz darauf wurden die beiden Erzieherinnen von der Kita-Leiterin verstärkt, die sich ganz rührend sofort um den Neuankömmling kümmerte. Sie spielten mit der Kinderküche und der Todd bereitete ihr Tee, “Esse” und reichte dazu Besteck.

Bald darauf wurde die Aufräumrunde eingeläutet. Und hier entdeckte ich zum ersten Mal einen Unterschied zwischen der alten und der neuen Gruppe. Erstaunlich war, wie die Kinder den Anweisungen der Erzieher gehorchten. Sie räumten tatsächlich auf. Ich animierte den Todd dazu den Kindern zu helfen. Er nahm sich ein paar Spielsachen und entsorgte sie an den für ihn richtigen Stellen. Nun sollten die Kinder einen Stuhlkreis bilden. Auch das funktionierte wunderbar. Eine spürbare Routine lag in der Luft. Die Kids setzten sich auf ihre Stühle und die Erzieherinnen stellten in die Mitte einen kleinen Tisch. Nun suchten sie einige Kinder aus, die ausgewählte Utensilien besorgen sollten: Eine Decke, eine Kerze und ein Blumengesteck. Das stellten sie ordentlich auf den Tisch und kehrten auf ihre Plätze zurück. Dann erkannte ich auch den Sinn dieser Unternehmung: Dieser Moment galt dem morgendlichen Gebet (katholischer Kindergarten). Alle machten brav mit und lauschten den Worten der Erzieherin, die um einen schönen Tag bat. Nun folgte mein persönliches Highlight: Die Vorstellrunde. Die Erzieherin erklärt den Kindern, dass ab heute ein neues Kind in ihre Gruppe kommt und stellte den Todd vor. Sie schlug ihnen vor zur Begrüßung und zum Kennenlernen ein Lied anzustimmen. Das war ganz entzückend und der Todd schaute gebannt in die Runde. Er blieb ganz artig sitzen und man merkte ihm die Neugier förmlich an. Danach gab es einen Obststeller, von dem sich jedes Kind nehmen durfte. Der Todd langte ordentlich zu. Immer neue Apfelstücke verschwanden in seinen Mund (Das funktioniert zuhause irgendwie nicht). Es gab zu trinken und dann gings gemeinsam aufs Klo. Er ließ sich zwar dazu herab, sich auf einen der Pötte zu setzen, doch hielt er es nur ein paar Sekunden aus. Alles ging auch sehr rasch, denn die Kinder wussten: Jetzt geht es raus.

Nachdem sie angezogen (wurden) waren und ordentlich mit Sonnencreme eingecremt wurden, ging es endlich raus. Und hier wurde der Todd auch schon viel offener. Er spielte im Sand, ließ sich dabei von 2 älteren Kindern unterhalten und schien recht zufrieden. Zwar durfte ich immer noch nicht weiter weg gehen, aber er war mit Schippe und Eimer auch gut abgelenkt. Nach einer Weile formierte sich im vorderen Bereich erneut eine große Traube von Kindern. Wir erfuhren dass heute 2 Geburtstage nachgefeiert werden würden. Die Geburtstagskinder (Hausmeister und Erzieherin) bekamen gemalte Bilder und allerlei Gebasteltes geschenkt und zum Schluss wurde noch ein Lied mit Gitarre angestimmt. Das war genau Todds Ding. Er verlangte nach “Musig no’mal” (Musik nochmal). Als die Geburtstagskinder auch noch Eis spendierten, war er selig. Das T-Shirt jedoch reif für die Waschmaschine.

Kurz darauf verabschiedeten wir uns für heute. Ich war zufrieden mit diesem ersten Tag. Der Todd war nicht übermäßig anhänglich und auch streckenweise viel selbstständig unterwegs. Er war interessiert und ich glaube auch, dass er sich nicht überfordert gefühlt hat. Morgen wollen wir noch einmal in der Zeitspanne nach dem Frühstück und vor dem Mittag dort sein. Vielleicht gehe ich dann auch mal ein paar Minuten weg. Am Freitag soll er dann schon mit Frühstücken und den Vormittag dort verbringen. Schlafen jedoch dann erst nächste Woche. Da gehts dann auch in die Vollen. Das wird uns noch einige Tränen kosten, da bin ich sicher. Aber ich glaube wir sind auf einen guten Weg. Und das mit gutem Gefühl.

U7

27. Apr. 12 in , jetzt Kommentar schreiben

Am Montag war Kinderarzttermin, ich schrieb darüber. Ging es ursprünglich um den Erhalt des Gesundheitsattests für die neue Kita, so war die Norm günstig (kein Patientenandrang) und wir machten die dringlich anstehende U7 gleich mit.

Zunächst wurde wurden Gewicht und Größe ermittelt:

Gewicht: 11,23 kg
Größe: 87 cm
KU: 49 cm

Zwar immer noch ein Fliegengewicht, aber laut Index auch in Ordnung. Danach ging es um motorische Fragen, also seit wann der Todd frei läuft, ob er sich bücken kann und Treppen alleine steigt. Konnte alles bejaht werden (Wir wohnen im Dachgeschoss, ohne Fahrstuhl, was bleibt ihm anderes übrig?). Es wurde gefragt ob er schon 2-Wortsätze spricht (Ich gab an dass “Mama esse” und “Papa a’beit” die häufigst gesprochenen werden). Kurz darauf entdeckte der Todd die kleine bunte Windmühle, die beim Doc auf dem Schreibtisch lag. “Müüüühle! Da! Eina Mühhle!”. Nun sollte der Todd noch ein paar Körperstellen zeigen, die ihm genannt wurden (Auge, Nase, Mund, Hand, Bauch). Er machte prima mit und der Doc war zufrieden.

Dann fing er vom Impfen an. Es würden noch 4 Impfungen fehlen. Die fielen bisher aus weil ich A) ihn nicht impfen lassen konnte wegen seiner schwankenden Gesundheit und B) wollte ich die 2. MMR-Impfung erst ab dem 2. Lebensjahr durchführen lassen. Er bekam dann gleich 2 Impfungen. Gefiel ihm natürlich überhaupt nicht. Mir auch nicht. Dann gingen die Spritzen auch noch in die beiden Oberschenkel. Das bescherte dem Todd ein paar Tage lang Muskelkater, der so stark war, dass er gar nicht laufen wollte. Er humpelte 2 Tage lang, bis es sich wieder fing. Meinen Recherchen zufolge ist das Spritzen in die Oberschenkel bei lauffähigen Kindern auch eher veraltet. Naja, ich sagte ja der Doc ist seltsam.

Nun denn. Harren wir der 2 Impfungen die noch fehlen. Ansonsten jedoch ist der Todd mit seinen (fast) 2 Jahren ein im Kern gesundes Kind.

Der Kitawechsel

17. Apr. 12 in , bisher 3 Kommentare

Steht in 2 Wochen an. Und der Todd ahnt wohl noch nichts davon. Obwohl wir bemüht sind, ihn schon vorab an die neue Umgebung zu gewöhnen. Es ergibt sich 1x die Woche, dass wir uns auf dem neuen Kitagelände aufhalten, weil wir des Todds Cousin dort von einer Veranstaltung abholen. Außerdem wollen wir versuchen wenigstens noch 1x die sich dort treffende, offene Krabbelgruppe zu besuchen. Auch sonst sind wir des Öfteren dort anzutreffen. Er war schon einige Male in den Räumen und ich glaube er identifiziert diese auch als bekannte Umgebung. Was ja nun nicht bedeutet, dass er dort am ersten Tag gleich heimisch sein wird.

Am 2. Mai gehts dann also los. Dann wird aus dem Krippenkind ein Kindergartenkind. Die neue Einrichtung ist ohne Anschluss an eine Krippe. D.h. es werden dort nur Kinder im Alter ab 2 Jahren betreut. Für den Todd, der sich logischerweise eher an älteren Kindern orientiert sicher ein Gewinn. Und doch muss er sich an einen neuen Alltag, neue Gesichter und neues Spielzeug gewöhnen. Das ist für einen (fast) 2 Jährigen eine Mammutaufgabe. Sind Kleinkinder doch sehr an Rituale und Wiederholungen gewöhnt. Deshalb haben wir uns auch dazu entschlossen einen sanften Übergang zu schaffen. Das bedeutet noch einmal Eingewöhnungszeit. Wie vor einem Jahr in der Krippe. Den Rest der Woche (3 Tage) werde ich ihn begleiten und dann flexibel mit den Erziehern entscheiden, wie viel Alleingang wir dem Todd schon zumuten können. Es fällt mir schwer einzuschätzen, wie sich das gestalten wird. Mal ist der Todd neuem ohne Angst und Zurückhaltung aufgeschlossen, und dann sind da wieder Phasen wo er an meinem Rockzipfel hängt und vor jedem und allem Angst hat. Wie aktuell. Seit ein paar Tagen geht er, aus mir unersichtlichen Gründen, sehr ungern morgens in seine Gruppe. Er kommt immer wieder heraus gelaufen und will in den Arm genommen werden. Ich hoffe auf eine dieser Phasen.

Es wird also spannend. Und ich habe noch eine dicke To-Do-Liste vor mir liegen. Ich muss den Abschied organisieren, Unterlagen für die neue Kita zusammensuchen und Atteste besorgen und mir Ideen zur zukünftigen Mitbringverpflegung machen (Wir sind Vollverpflegung gewöhnt). Kurz und knapp sieht das dann so aus:

  • Kuchen für den Abschied backen
  • Collage für den Abschied basteln
  • 3x Blumensträuße für die Erzieher
  • Bescheinigungen für den neuen Kitaplatz einholen
  • Gesundheitsattest besorgen
  • Dem Todd fehlen noch 2 Impfungen (Meningokokken und die 2. MMR)
  • Frühstück/Vesper organisieren (Todd ist ein Frühstücksmuffel, daher der Extraposten)
  • Familiencollage bzw. Wohlfühlbuch basteln (Die Idee habe ich bei der lieben MamaMiez aufgegriffen und finde sie für den Zweck der Eingewöhnung sehr ideal.)

Und dann, ja dann hoffen wir das beste. Ich berichte!

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