Heute gesehen: Baader-Meinhof-Komplex

25. September 2008 von Daniela in , jetzt Kommentar schreiben

So frisch aus dem Kino gekommen, will ich kurz die eben gesehenen Bilder des Filmes “Der Baader-Meinhof-Komplex” für euch zusammenfassen und bewerten.

Wer mit diesem Titel nicht viel anfangen kann, dem sei gesagt, dass es inhaltlich um die aktivste und aggresivste Zeit der RAF (Rote Armee Fraktion) geht.

Gezeigt werden die Anfänge der Terrorgruppe und deren Entwicklung in einer Zeitspanne von ca. 10 Jahren. Es wird dargestellt wie und wann die eigentlich links ausgerichtete Strömung zur Terrorgruppe wurde, die ein ganzes Land in starre Angst und Fassungslosigkeit stürtze. Was mit Brandstiftung und Anschläge auf öffentliche Gebäude begann, endete bekanntlich mit der Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, sowie mit der Entführung des Lufthansa-Flugzeuges im Mogadischu und dem damit verbundenen Freipressungsversuch von RAF-Gefangenen.

Es war sehr spannend zu sehen, wie Leute, mit den für mein Verständnis anfänglich durchaus vertretbaren Werten, in eine derartige eskalierte Situation geraten konnten. Die einst so edlen und gutgemeinten Ziele verkommen mit der Zeit immer mehr zu Racheaktionen und beispiellosen Attentaten auf Unbeteiligte.

Der Film hat mir gut gefallen. Auch wenn der Film sehr stark die Sicht der RAF schildet. Polizisten und Obrigkeiten werden als Beiwerk oder auch notwendiges Übel gesehen. Man ertappt sich als Zuschauer mitunter dabei, in manchen Situationen Verständis und fast so etwas wie Sympatie für die Terroristen zu emfpinden. Die märtyrerische Darstellung der Selbstmorde der Spitze der RAF wird dabei als drastischer empfunden als die letztendliche Ermodung Schleyers.

Insgesamt jedoch kann ich den 2,5h langen Film durchaus empfehlen. Er setzt sich realistisch, wenn auch etwas einseitig, mit den Ereignissen der damaligen Zeit auseinander und schafft es, die Zuschauer für die Dauer der Laufzeit zu fesseln.

Zum Schluss bleibt mir nur noch eine kleine Randnotiz: Es ist waaaaahnsinn was in den 70-igern so gepafft wurde. Keine Szene verging ohne Glimmstängel. Wären die RAF-Mitglieder nicht im kollektiven Selbstmord zu Tode gekommen, dann wäre ihnen der Tod per Lungenkrebs definitiv sicher. Irgendwie kommt mir der Gedanke, dass das Symbol der RAF (roter Stern mit Waffe) irgendwie passender mit Zigarette statt Waffe wäre… Achtet mal drauf :)

Gute Nacht,

Eure Mrs. Felsenheimer

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