Dr. Jekyll und Mr. Hyde

12. Aug. 10 von Daniela in , jetzt Kommentar schreiben

Heute lehrte mich mein Kind Demut. Nachdem wir die letzten Wochen so sehr davon verwöhnt waren, dass der Nachwuchs zwischen 18 und 20Uhr meist zur nächtlichen Bettruhe fand und das meist ohne großes Gequengel, gabs heute die Hyde-Version des Baby-Boys. Auf einmal ging gar nichts mehr. Gebrüll, soweit das Ohr reichte.

Was dann? Du checkst die Basics: Hunger, volle Windel, Einsamkeit, Hunger. Der 3-Monats-Kolik-Geist war auch schon lange verbannt worden, was also blieb übrig? – Fakt ist: Ich habe keine Ahnung. Selbst wenn meine Vermutung, nämlich einer dieser anstrengenden Wachstumsschübe, sich bestätigt hätte, stünde ich vor dem selben Problem: Unstillbares Geschrei. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Und so wiegte ich ihn im Arm durch die Wohnung, steckte den Nuckel unzählige Male in seinen Mund und säuselte ihm dieses bescheuerte “Psssschht” (als hätte das einen Effekt) ins Ohr, in der Hoffnung dass er von der ganzen Schreierei irgendwann mal müde oder hungrig wird. Zweiteres trat dann schließlich ein und als ich bemerkte wie seine Augen langsam auf Halbmast segelten, spürte ich eine unendliche Erleichterung. Ich schätze, das eine oder andere graue Haar ist jetzt dazu gekommen. Dafür habe ich ein paar Nerven weniger. Und so gleicht sich alles im Universum wieder aus. Na wenn das mal nicht gerecht ist!

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