Die Ärzte und ich

07. Juni 2008 von Daniela in , jetzt Kommentar schreiben

Am Donnerstag, den 05.06.08 war es endlich soweit – mein erstes “Ärztekonzert”. Als langjähriger Fan pilgerte ich nun also ins weite Hannover zu meinen Freunden Nicole und David, die mich (trotz dessen, dass sie diese “Perle der Musik” bereits im Dezember 07 miterleben durften) begleiteten. Ab in die Strapazenbahn, kein Scherz – Strapazenbahn. Die Bahn platzte aus allen Nähten, da nicht nur wir 3 den Ruf der Ärzte gefolgt waren. Und dann passierte es: Die Bahn fuhr nicht mehr weiter. Irgendwo im nirgendwo, also kurz vor dem Messegelände, hieß es “Alle aussteigen, die Bahn ist kaputt”.

AHHHHHHH…. Ich sah es schon kommen – Farin, Bela und Rod waren in greifbarer Nähe und begeisterten Hunderte von Fans und wir 3 standen irgendwo in der Pampa und heulten uns die Augen aus.

Aber nein. So kam es nicht. Wie ein göttlicher Bote blitze in einiger Entfernung eine herannahende Bahn am Horizont und näherte sich mit immer lauter werdendem Getöse. Juhu!! Natürlich war die Bahn rappel voll und irgendwie mussten wir da auch noch rein. Trefflich kommentierte David die Situation als “Sauna mit menschlichem Aufguss”. Es war nicht nur wetterbedingt äußerst warm, nein, die Massen an Menschen machten es zusätzlich recht kuschlig.

Dann war es soweit. Nachdem wir ohne Probleme zu unseren Plätzen gelangten, die 30 Minuten Vorband absolvierten und weitere 30 Bühnenumbau über uns ergehen ließen, erhob sich vor der Bühne langsam aber sicher ein schwarzer Vorhang mit der Aufschrift “ACHTUNG JAZZ!”. Nun konnte es nicht mehr lange dauern…

Und plötzlich ertönte lauter Gitarrenklang und eine bekannte Melodie erfüllte die TUI-Arena. “Himmelblau” dröhnte durch die Boxen aber nichts sah man… Immer noch prangerte “ACHTUNG JAZZ” vor uns und wir fragten uns, wann der Vorhang endlich fallen würde. Als Farin dann zum Refrain überging und er ein lautes “YEAAHHHH” herausbrüllte, fiel der Vorhang und gleißendes Bühnenlicht tauchte die Arena in ein helles blau. Und da waren sie: Die Götter meiner Jugend, die beste Medizin der Welt – Farin, Bela und Rod, live und in Farbe. Mein Herz schlug mir bis zur Kehle und außer einem breiten Grinsen konnte ich nichts weiter tun. Nachdem ich endlich realisiert hatte, dass ich voll dabei bin und ich endlich meine heißgeliebten Ärzte sehen konnte, gingen meine Arme fast wie von selbst nach oben und klatschten und fuchtelten rhythmisch mit. Ich sang, hüpfte, gröhlte und freute mich des Lebens – geil wars.

Neben den Liedern der neuen Platte “Jazz ist anders” spielten sie natürlich auch Evergreens wie “2000 Mädchen”, “Westerland”, “1/2 Lovesong”, “Schrei nach Liebe” oder “Sommer nur für mich”. Es war einfach genial. In bekannt gekonnter Manier gingen die 3 Doktoren mit ihrem Publikum um, und hatten dieses voll im Griff. Von der Sitzlaola bis hin zum “Backe-Backe-Kuchen-Kanon” war alles dabei und wir machten bereitwillig mit. Mit Charme und Witz gleiteten sie durch 2 Stunden Konzert und fast einer 3/4h Zugabe. Ein bisschen wehmütig nahm ich den letzten (live gesungenen) Song “Zu spät” mit und hottete noch mal kräftig ab. Der wirklich letzte Auftritt wurde von Farin als “Freestyle” angekündigt. Dem machten die 3 gleich auch alle Ehre. Sie turnten munter mit ihren Nordic-Walking-Stöckern herum (Was sie auch taten, wenn sie während der Show die Positionen wechselten oder kurz hinter der Bühne verschwanden). Farin versuchte sich am Schlagzeug, Bela hantierte mit der Gitarre herum und Rod wusselte am Bühnenrand entlang. Dazu erklang als Playback “Vorbei ist vorbei” – dem melancholischem Abschlusslied der Platte “Jazz ist anders”. Dann verbeugten sie sich vorm Publikum und weg waren sie.

Völlig kaputt und doch super happy sank ich dann in der späten Nacht auf die Gästecouch in tiefen und glücklichen Schlaf.

PS: Ein paar Bild(chen) hab ich auch gemacht. Aber leider nur mit Handy-Kamera und daher nicht sehr scharf. Das beste stelle ich mal mit ein.

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