Cränk

18. Februar 2009 von Daniela in , jetzt Kommentar schreiben

So, nun hat es auch mich erwischt. Und damit einhergehend, hatte ich das große “Vergnügen” meinen neuen Hausarzt zu besuchen. Ich mich also mit verquollenem Gesicht nach einer endlosen Nacht aus dem Bett geschält und die 200m zum Arzt gelatscht. Da es dort, für einen Montag verhältnismäßig ruhig war, war ich auch gut eine halbe Stunde später wieder daheim. Die Diagnose “Grippaler Infekt” war mir fast schon vor dem Arztbesuch klar. Und nun sitze ich am dritten Tag meiner Erkältung auf meiner bereits plattgelegenen Couch und sinniere über das arbeitswütige Virenvölkchen in meinem Körper nach…

Der Arbeitstag meiner Viren

Viren sind echte Spießer. Und weil es sich bei meinen Viren wahrscheinlich um deutsche Viren handelt, sind sie vor allem eines: Pünktlich wie die Mauerer. Ab ca. 2Uhr nachts beginnt die Frühschicht mit ihrer Arbeit. Sie beginnt mit einer Besprechung im Kopf. Und weil alle Arbeiter-Viren dort anwesend sein müssen, ist da relativ viel los, passt ja nicht so viel rein in ein so prall mit Gehirn gefülltem Köpfchen. Die Besprechung dauert meist sehr lange und weil das ewige Gedrängle und Gedrücke der Leid geplagten Arbeiter-Viren auch an den Nerven des Wirts (Ich) zerren, wacht dieser schließlich erwartungsgemäß gegen 3Uhr nachts auf. Ist die Besprechung erledigt, verteilen sich die fleißigen Arbeiter und begeben sich zu ihren Einsatzpunkten, die da wären:

  • Kopf
  • Rücken
  • Nase
  • Ohren
  • Augen
  • Gelenke
  • Bronchen
  • Hals

Nach ca. 2-3h vorbildlicher Arbeit gibts dann die erste Pause des Tages, diese wird vor Ort gemacht, lediglich die Arbeit wird niedergelegt. Das bekommt auch der Wirt mit und schafft es oftmals für 1, maximal 2h zu schlafen. Gekräftigt vom Frühstück gehen die Arbeiter-Viren wieder ans Tagwerk. Der Wirt ist in der Zwischenzeit aufgestanden und versucht die Arbeit der Viren mit vielversprechenden Erkältungsbädern, gesunder Nahrungsaufnahme, Tabletten, Salben, körperlicher Ruhe und frischer Luft zu sabotieren. Doch die Arbeiter-Viren sind zäh.

Mittlerweile ist es Mittag geworden. Essenspause! Durch die Ohren ertönt das Signal aus der Kantine, was sich für den Wirt wie Tinitus anhört, in Wahrheit aber nur die Mittagspause einläutet. Die Viren sind hungrig und drängen in die Kantine, vom Wirt auch als “Stirnhöhle” bezeichnet. Nach gut 1 bis 2h ist der Spuk vorbei und die Arbeiter-Viren gehen zurück an ihre Arbeitsstellen. Dort wird ordentlich und gewissenhaft bis ca. 20Uhr gearbeitet. Dann ist Schichtwechsel (Langer Arbeitstag, das schreit nach Gewerkschafts-Organisation!). Alle wollen nach Hause und drängen durch die schmalen Gänge und Wege des Wirtskörpers und verursachen einen ordentlichen Stau von Kopf bis Fuss. Ein erneutes Erkältungsbad und ein verzweifelter Inhalationsversuch seiten des Wirts scheitern und so ist es nicht selten, dass der Stau sich erst gegen späten Abend etwas lichtet. Geschwächt von den vielen gesundheitsfördernden Maßnahmen des Wirts, ziehen sich die Arbeiter-Viren zurück und überlassen ihre Arbeitsstelle der nächsten Schicht, die pünktlich gegen 2Uhr nachts eintrifft.

Kommentar verfassen

HTML wird entfernt, du kannst zum Formatieren aber die Textile-Hilfe nutzen. Gravatare werden unterstützt.

Suche

Letzte Kommentare

    • Seesturm am 13. Mar zu »Berg und Talbahn«
    • Alexander Hahn am 08. Mar zu »Double Straßenbahn-Fail«
    • Basti am 07. Mar zu »Babys erstes Geschenk vom Papa (Daaaahhhh!!)«
    • Mrs.Felsenheimer am 07. Mar zu »Babys erstes Geschenk vom Papa (Daaaahhhh!!)«

Flickr

Gefundenes