Be Veggi... ein bisschen - Zwischenfazit

10. Feb. 11 in , bisher 2 Kommentare

Es ist jetzt gut 3 Monate her, dass ich mir vornahm, nur noch Teilzeitfleischesserin zu sein. Den ersten Fehler begann ich bereits am Abend, an dem ich den Vorsatz beschlossen hatte: Ich machte den Gedanken öffentlich. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr ich mich für meine Idee rechtfertigen musste. Vielen schien der Gedanke so absurd, dass sie meinten mich bekehren oder wenigstens mit mir diskutieren zu müssen. Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an eine Diskussion darüber, wie egoistisch Vegetarier wären. Im Grundton ging es darum, dass Vegetarier von fleischessenden Mitmenschen immer verlangen würden, auf ihre außergewöhnlichen Essgewohnheiten Rücksicht nehmen zu müssen.

Die meisten Leute verstanden einfach nicht, dass ich nicht vorhatte, Vegetarier zu werden, sondern einfach nur weniger von mehr Gutem zu essen.

Und, wie läufts so

Meisten bleibe ich meinem Vorhaben treu. Also unter der Woche fleischlos bleiben, dafür dann am Wochenende zulangen, dann aber mit Qualität. Kürzlich bin ich rückfällig geworden und kaufte Billig-Supermarkt-Fleisch, was sich sofort rächte. Der geplante Hackbraten fiel wörtlich ins Wasser. Aber ich wusste wenigstens wieder, warum ich mich für meine Idee entschieden habe. Und das ist wohl auch der Kern der Sache: Ich richte mich nicht dogmatisch danach, und dennoch findet das Thema spezielle Berücksichtigung. Bei der Auswahl meiner täglichen Nahrungszufuhrmittel achte ich bewusster darauf, was ich zu mir nehme. Ich mache mir Gedanken wie ich Fleisch vermeiden beziehungweise ersetzen kann. Und mehr kann man von einem fleischessenden Bastard nicht erwarten.

Die Salami hat es übrigens zurück in meine Aufschnittauswahl geschafft, ich kann einfach nicht ohne sie. Und EIN GLÜCK ist Schokolade nicht aus Fleisch!

2 Kommentare

  1. Gravatar dieses Kommentators Stadtmoewe [Permlink] 10.02.2011

    Ich finde deine Entscheidung gut, ich bin auch ein (recht großzügiger) Teilzeit-Vegetarier. Ich esse im Sommer mal weißes Fleisch vom Grill aber auch gerne mal die allerbesten Frikadellen meiner Mutter.

    Aber sonst esse ich ein Fleisch. Als Kind mochte es nie wirklich (Schnitzel und grobe Wurst verursacht heute dass ich mich schütteln muss) und heute steht vor allem der Tierschutzgedanke im Vordergrund.

    Und immer wenn ich einen Tiertransport-LKW auf der Autobahn sehe oder Schweinemastanlagen (oder Hühnerfarmen und und und), weiss ich, dass meine Entscheidung richtig war.

    Und ich wünschte, noch viel mehr Menschen würden ihren Fleischkonsum wieder auf ein normales Mass reduzieren -so wie früher, wo es am Sonntag gutes Fleisch gab – es müsse viele Tiere weniger leiden.

    Liebe Grüße … und toll, dass du durchhälst. Vielleicht wird es dir irgendwann auch gar nicht mehr schmecken :).

  2. es gäbe zu viele gute aus fleisch gemachte speisen, die ich vermissen würde. und ich setze mich auch nicht ernsthaft mit der möglichkeit auseinander, volle vegetarierin zu werden. aber du sagst es ganz richtig: bekommt man die miese haltung und auch fleischverarbeitung visualisiert, drückt nicht nur das gewissen, sondern auch die galle im magen. und wenn wir alle ein bisschen kritischer in diesen fragen wären, gäbe es wohl auch weniger gammelfleischskandale. aber das ist wohl nur ein frommer gedanke meinerseits ;)

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