"Sorry, muss für heute leider absagen..."
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich diesen Satz von euch in den letzten Wochen und Monaten gehört bzw. per SMS gelesen hab. Und ich zähle auch schon lange nicht mehr. Es ist wie verhext. Dabei wird doch immer den Jungeltern nachgesagt, keine Zeit mehr für die Freunde zu haben. Trotzdem trifft mich dieser vielbesagte Effekt, dass Eltern plötzlich keine Freunde mehr haben. Und autsch, der Treffer geht in die Nieren – da wo’s besonders wehtut. Danke, bin ja hart im Nehmen. Am Anfang habt ihr euch noch galant aus der Affaire gezogen. “Naja, ihr braucht ja erst mal Zeit für euch 3.” Und dann irgendwann hattet ihr einfach keine Zeit mehr.
Ihr startet eure Weiterbildungen oder wollt euch auf eure Jobs konzentrieren. Oder ihr verschwindet einfach in der Versenkung. Ihr seid zu müde, zu verplant, zu beschäftigt. Die kürzeste Entfernung und auch die kürzeste Dauer eines Treffs sind nicht kurz genug für euch. Nicht mal für ein “Hallo” direkt vor der Bürotür habt ihr Zeit. Oder einen kleinen Spaziergang. Nix großes, einfach nur mal sich wiedersehen, Zeit miteinander verbringen, wie kurz sie auch sein mag. Einfach “am Ball” bleiben.
Muss man Freundschaften nicht auch pflegen? Muss man sich nicht wenigstens ein bisschen Mühe geben?
Mir ist schon klar, dass ihr keine Lust auf Baby-Talk habt. Das ist nicht eure Welt. Mein Pech, dass ich die erste im “Freundeskreis” bin, die sich vermehrt. Ich verstehe, dass ihr nach einem langen Arbeitstag lieber auf der Couch liegt oder mit anderen Kinderlosen was trinken gehen wollt. Das ich gar keine Lust auf Babytalk habe (den hab ich schließlich den ganzen restlichen Tag), oder das ich Abends durchaus froh bin, mal 5 Minuten in Ruhe am Laptop zu sitzen oder auch mal was unternehmen würde, wisst ihr vermutlich gar nicht. Wie auch? – Ihr fragt nicht, oder ihr gebt mir gar nicht die Gelegenheit euch das zu verdeutlichen.
Ich werde nicht von euch angerufen, angemailt oder besimst. Meine Anrufe, meine Mails und meine SMS verlaufen irgendwie im Treibsand. Außer einem “Alles klar bei euch?” kommt meist nicht zurück. Und ich komme mir so langsam aber sicher vor wie ein Wasserträger. Meist nicht nützlich, aber gut zu wissen, dass er da ist.
Eure Jobs sind wichtig, eure Liebenden sind wichtig, euer privater Kram ist wichtig. Natürlich, wer hat mehr Verständnis gezeigt als ich? Zähneknirschend nahm ich eure Absagen hin und knirschte ein “Ist schon okay” zurück. Aber jetzt fühle ich mich taub, benutzt und unendlich unwichtig. Das habe ich euch zu verdanken. Und was fällt euch dazu jetzt ein? – Das ich ganz schön egoistisch bin, oder?
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Und DU bist wichtig Dani! Freunde sind immer wichtig, vielleicht sogar das Wichtigste was es gibt! :-*
Hej Dani, harte, aber sicherlich sehr wahre Worte!
Wir sehen uns wirklich viel zu selten, darum bin ich auch unendlich froh, das ich zumindest Herrn grafzahl dieses Wochenende hier bei mir habe! 2 Tage Nerdtalk, Freunde und beieinander sein. Zwei Tage, die leider wieder schneller vorbei sind als sie geschehen, aber von der Vorfreude kann man ja zumindest vorher gut leben!
Und den Text an sich kann ich gut nachvollziehen, uns geht es ähnlich, auch ohne Kids, neue Jobs bei Freunden und uns selbst, neue Aufgaben und irgendwie wöchentlich weniger Zeit für die wichtigen Dinge im Leben – zusammen sein. Nicht via Facebook, twitter, Blogs oder FaceTime, sondern zusammen auf dem Sofa, mit Kaffe und Kuchen, im Park zum quatschen, in der City zum Shoppen oder mit dem Vodka neben der Tanzfläche.
Hallo Daniela,
wir kennen uns zwar nicht, aber Alex hat mir den Link auf deinen Beitrag geschickt. Worte, die mir sehr zu denken geben. Ich habe zwar keine Kinder, habe aber in der Vergangenheit oft erlebt, das Freundschaften in die Brüche gehen, vermeintlich wegen der Kinder. Aber nun frage ich mich: War das wirklich der Grund dafür? Zum ersten mal lese ich die Meinung einer jungen Mutter dazu.
Im Moment bin ich auch wieder in so einer Situation, in der ich für meine Freunde viel zu wenig Zeit habe. Der Job stresst, meine neue Beziehung möchte gepflegt werden. Aber ist das wirklich ein Grund nicht mal mehr 10 Minuten für Freunde zu haben? Nein, bestimmt nicht.
Wahre Worte, die du da schreibst, und die mich zum Nachdenken anregen. Danke dafür, und Gruß an Christian.
@Alex: Und wir beide haben uns auch schon viel zu lange nicht mehr gesehen.
Stimmt, eigentlich denkt man immer, dass die frisch gebackenen Eltern dann keine Zeit mehr haben, weil sich alles um das Kleine dreht. Aber das ist bei euch auch nicht der Fall. Du nimmst dir Zeit für andere Sachen, weil es ja auch noch mehr Dinge im Leben gibt wie Babys, auch wenn es das Größte ist was euch beiden passieren konnte. Und dann haben die anderen plötzlich keine Zeit mehr. Ist beschissen irgendwie …
Dabei sollte man seine Zeit doch eigentlich mit schönen Dingen verbringen und nicht rund um die Uhr arbeiten, lernen, studieren, trallala usw. Es gibt wichtigere Dinge, da hast du absolut recht.
Und egoistisch biste nicht, glaub mir!
frag mal alex, wie oft ich zu hause sitze und heule, weil ich für nichts mehr zeit habe außer dieser scheiß ausbildung und dementsprechend auch keine freunde mehr habe.
nicht mal mehr zeit für längere mails. meine freizeit beträgt ca. 10 min. täglich, in der ich mir abwechselnd wieder tabletten gegen den stressbedingten haarausfall, betablocker und antidepressiva einwerfe.
bitte bleibt trotzdem unsere freunde. das wär echt…
und jetzt heul ich wieder…
@Sandra gut dass ich freunde wie dich hab. sonst würd ich schon verzweifeln
@Alex das ist denke ich ein generelles problem unserer zeit: es muss alles schneller und besser gehen. man muss sich ständig beweisen und die prioritäten verschieben sich. eine verabredung abzusagen ist eben einfacher als “nein” zu überstunden und co zu sagen. denn man hat ja verständnisvolle freunde. ich wünschte verflixt noch mal, wir würden näher beieinander wohnen. verdammte axt!
@Jörg ich habe mir geschworen, mir nie nachsagen zu lassen, dass ich meine freunde vernachlässige. denn natürlich gibt es dieses phänomen, dass neu-eltern sich vergraben und nie wieder gesehen werden. dazu wollten wir nie gehören. umso enttäuschter ist man, wenn man feststellt, dass es vielen freunden schlichtweg egal ist. aber egal ob mit oder ohne kind, was alex sagt ist wahr. online kann man freundschaften nur bis zu einem gewissen grad pflegen. das persönliche, das was letztlich freundschaften ausmacht und zusammenschweißt passiert im real life. und auch ein 5 minütiger spaziergang kann dieses bonding festigen . davon bin ich fest überzeugt.
@Mareike: Du hast Post von mir bekommen. Lesen! Dringend!
Hey Dani lass den Kopf nicht hängen,ich bin seit einigen Jahren Mutter und bei mir ist dieses Phänomen erst jetzt eingetreten!und meine kleine ist erst 4 bald 5!ich habe die Erfahrung gemacht das sobald man mutter ist, sich die Gesprächsthemen ändern,alle denken man will nur über windeln, Babygeschrei,später dann schule reden,man wird nur noch als Glucke gesehen,das das aber meist gar nicht der Fall ist und man auch über andere Sachen mal reden möchte versteht keiner.Vielleicht ziehen sich die Menschen zurück aus Angst oder weil sie denken na ja auf Baby hab ich kein Bock oder Sowas in der Art,ich denke dein Beitrag weckt deine Freunde etwas auf und zeigt ihnen das du nicht nur Mutter bist sondern ein mensch der Gefühle hat,dem es weh tut so abgewiesen zu werden.Und noch eins,die Leute die wirklich deine Freunde sind,die werden auch immer an deiner Seite sein auch wenn sie jetzt vielleicht grade mal etwas weniger Zeit haben!
Finde den Spruch ganz passend,
Lieber Wenig Echte als viele Falsche Freunde!!!!
Also Kopf hoch und Immer Grade-aus Denken dann klappt es auch mit den Freunden!!!
LG Janet